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Interview mit Dermalogica Gründerin Jane Wurwand

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Jane Wurwand ist Gründerin und Inhaberin von Dermalogica. Sie selbst ist gelernte Kosmetikerin und hat 1983 das “The International Dermal Institute” gegründet, um ein professionelles Weiterbildungsangebot für Kosmetikerinnen zu schaffen. Da es zu dieser Zeit keine Produkte gab, die ihren hohen Ansprüchen an Hautpflege gerecht wurden, hat sie 1986 Dermalogica auf den Markt gebracht. Heute ist Dermalogica die internationale Nr. 1 im Bereich der professionellen Hautpflege und weltweit in 90 Ländern erhältlich.

Jane Wurwand im Interview mit SAAL ZWEI:

SAAL ZWEI: Jane Wurwand, wie lautet der beste Rat, den Sie in Ihrem Leben erhalten haben?
Jane Wurwand: 
Den besten Rat meines Lebens hat mir meine Mutter mit auf den Weg gegeben. Sie hat sich nie unterkriegen lassen und wusste sich immer zu helfen. Als ich noch ein Kind war, sagte sie mir: „Jane, du solltest etwas Anständiges lernen, damit du später überall Arbeit findest, von deinem eigenen Geld leben kannst und von niemandem abhängig bist.“
Meine Mama wurde mit 38 unerwartet zur Witwe und musste von einem Tag zum anderen für sich selbst und ihre vier kleinen Töchter den Lebensunterhalt verdienen. Sie war ausgebildete Krankenpflegerin und konnte dank ihrer beruflichen Qualifikation, die sie an keinen festen Ort band, ein neues Leben beginnen und für uns sorgen. Meine Mutter brachte sich selbst das Autofahren bei, damit sie nicht nur solche Arbeitsplätze annehmen konnte, die mit dem Bus zu erreichen waren. Sie war eine ausgesprochen praktische Frau und dabei stets zuversichtlich. Wenn einem von uns Mädchen mal selbstmitleidig zumute war, sagte sie uns immer „Stop whining and eat your sausage“, was so viel heißt wie „Hört auf zu jammern und nehmt die Dinge so, wie sie kommen“. Mit ihrer ungeheuer starken Persönlichkeit war sie mir stets ein großes Vorbild.

Aus welcher Niederlage haben Sie am meisten gelernt?
Jane Wurwand: Es gibt da etwas, das ich nicht unbedingt als Niederlage bezeichnen würde, schließlich ließ ich mich dadurch nicht aufhalten – und genau darin bestand damals die Lektion. Diese Geschichte muss ich wirklich einmal erzählen. Der Rückschlag oder eher Widerstand, aus dem ich am meisten gelernt und für mich persönlich den größten Vorteil gezogen habe, bestand im gleichlautenden Urteil von sieben Chemikern hier in Los Angeles, dass das Konzept, das wir hinsichtlich der Formulierung unserer geplanten Hautpflegeproduktserie Dermalogica verfolgten, buchstäblich unmöglich zu realisieren wäre.
Einer nach dem anderen sagte uns ins Gesicht, dass wir kein wirksames, marktfähiges, kommerziell aussichtsreiches Produkt ohne all die üblicherweise verwendeten Inhaltsstoffe erschaffen könnten, gegen die ich als Hautpflege-Expertin schon damals eine tiefe Abneigung entwickelt hatte, wie künstliche Duftstoffe, künstliche Farbstoffe, Mineralöl, Lanolin und SD-Alkohol. Dermalogica gehörte zu den ersten Marken weltweit, die in ihren Formulierungen auf solche Inhaltsstoffe verzichteten.
Ich ließ mich damals von dieser geschlossenen Ablehnung nicht entmutigen, weil ich wusste, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Ich weiß noch, wie ich meinem Ehemann und Geschäftspartner Raymond beim Abendessen von einem der letzten ablehnenden Bescheide erzählte, die ich erhalten hatte. Er legte daraufhin einfach seine Gabel hin, schaute zu mir herüber und sagte „Jane, denen werden wir’s zeigen!“ Danach gab es keine Niederlagen mehr, weil wir seither jede Herausforderung als Chance begriffen haben.

Welche Erfahrungen haben Sie auf dem deutschen Markt gemacht?
Jane Wurwand: Innerhalb der Hautpflege- und Kosmetikbranche stellt Deutschland eine der bedeutendsten potentiellen Wachstumsmärkte dar, mit einem sehr gut ausgebauten Vertriebsnetz sowie Endverbrauchern, denen man nichts vormachen kann. Dermalogica ist seit über 10 Jahren im deutschen Markt vertreten, und inzwischen verfügen wir über 500 Verkaufsstellen mit einer der weltweit höchsten Markenakzeptanz. Nach unserer Erfahrung sind deutsche Geschäftsinhaber ihren Bezugsquellen gegenüber ausgesprochen treu und ändern diese nur widerwillig, solange man ihnen keinen guten Grund dazu gibt. Das kommt uns sehr entgegen, weil wir auf Schulung setzen und in Deutschland drei Ausbildungszentren unterhalten, in denen wir professionell arbeitende Hautpflege-Expertinnen und Institutsinhaberinnen weiterbilden. Wir haben so die Glaubwürdigkeit für unsere Arbeit erworben, die es brauchte, um dem deutschen Markt vor Augen zu führen, dass Dermalogica für einen Geschäftsinhaber die ideale Wahl darstellt. Der deutsche Markt lässt sich nicht einfach durch Marketing, Werbung und Publicity beeindrucken – vielmehr trifft er durchdachte Entscheidungen, bei denen es auf Fakten, Erfahrung und Glaubwürdigkeit ankommt.

Als führende Aktivistin der Bewegung ‘Financial Independence Through Entrepreneurship’ (Finanzielle Unabhängigkeit durch Existenzgründung und Geschäftsausbau) für Frauen, und als jemand, der dementsprechend unser Programm zur sozialen Förderung von Frauen FITE ins Leben gerufen hat, freue ich mich über die jüngst vom Bundestag verabschiedete Verpflichtung zur Schaffung eines Frauenanteils von 30 % in den Aufsichtsräten deutscher Großunternehmen. Meiner Meinung nach hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig da etwas Großartiges zustande gebracht. Sie hat sich monatelang darum bemüht, das Gesetz entgegen aller politischen Widerstände auf den Weg zu bringen, und viele sehen darin heute „den größten Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter seit der Einführung des Frauenwahlrechts“ in Deutschland im Jahre 1918. Ich hoffe, dass andere Länder, und damit meine ich auch die USA, einen ähnlichen Weg beschreiten werden!

Hier geht’s zum Interview.

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